Digital Campus Cards: Status quo und künftige Entwicklungen von digitalen Ausweisen in der EU

Digitale Ausweise für Studierende und Hochschul-Mitarbeitende werden von immer mehr Hochschulen genutzt. Eine wichtige Basis dafür sind aktuelle Weiterentwicklungen auf europäischer und nationaler Ebene. Dieser Blogpost wirft einen Blick auf den Status quo von Digital Campus Cards im Hochschulsektor.

16.04.2026

von Isabella Zick

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Digitaler Ausweis für Studierende: Was sind Digital Campus Cards?

Eine Digital Campus Card ist die digitale Alternative zum klassischen Ausweis in Scheckkartenform, der seit jeher für Studierende und Mitarbeitende einer Universität oder Hochschule genutzt wird. Direkt auf dem Smartphone – meist in einer mobilen App oder integriert ins digitale „Wallet“ – ist eine Digital Campus Card mehr als nur eine digitale Abbildung der physischen Plastikkarte:

Die Digital Campus Card bildet tagesaktuell persönliche Informationen von Studierenden oder Hochschul-Mitarbeitenden ab, die wiederum durch Sicherheitsmechanismen wie kryptografische Verifizierung auf ihre Echtheit überprüft werden können. Darüber hinaus können in der Digital Campus Card auch weitere Funktionen wie ein Semesterticket für den ÖPNV, Bibliotheksausweise, Mensa-Bezahlsysteme oder elektronische Türöffnung (NFC) integriert werden.

European Student Card und EUDI: Aktuelle Entwicklungen auf EU-Ebene

Noch vor einigen Jahren gab es nur wenige Hochschulen und Universitäten, die als digitale „Pioniere“ statt dem klassischen Ausweis einen eigenen digitalen Ausweis entwickelt haben – beispielsweise in Zusammenarbeit mit Studo. Diese Lösungen waren Wegbereiter für transnationale Initiativen wie die European Student Card (ESC). Mit Angeboten wie der European Student Card ist ein digitaler Studierendenausweis nicht mehr nur an eine Universität gebunden, sondern funktioniert dank EU-weiter Standards auch über Grenzen hinweg. Dies ist nicht nur im Sinne eines gemeinsamen europäischen Hochschulraumes relevant, sondern erleichtert auch internationale Mobilitäten und das nahtlose Wechseln zwischen Campussen.

Durch eine weitere EU-Initiative, das EU Digital Wallet (EUDI), wird diese Entwicklung nun noch weiter vorangetrieben. Mit dieser digitalen, europäischen Identität geht der Trend weg von Insellösungen und hin zu einem digitalen, mobilen Ökosystem, das nicht nur den Bildungssektor, sondern sämtliche Bereiche des öffentlichen Lebens vereint. Bis Ende 2026 müssen die EU-Mitgliedstaaten ihren Bürger*innen das EUDI-Wallet bereitstellen. Für Hochschulen und Studierende bedeutet dies, dass über dieses Wallet auch der Status als Studierende*r gespeichert werden kann. Als sogenannter „verifizierbarer Nachweis“ wird die European Student Card, sofern diese von der Hochschule zur Verfügung gestellt wird, im Wallet hinterlegt. So können sich Studierende innerhalb der gesamten Europäischen Union als Studierende ausweisen.

International zu studieren wird durch die Digital Campus Card noch einfacher. - Foto: Yan Krukau, Pexels

Nationale Fortschritte bei digitalen Ausweisen im Hochschulbereich

Während in Deutschland noch an der Fertigstellung einer digitalen Identität auf Basis von EUDI gearbeitet wird – der Launch ist für Ende 2026 bzw. Anfang 2027 geplant – ist sie in anderen Ländern bereits Alltag: In Österreich ist der elektronische Studierendenausweis seit April 2026 als Teil der „ID Austria“ (seit 2023 im Einsatz) digital abrufbar. Die Nutzung des Ausweises ist freiwillig und die Anerkennung obliegt der Hoheit der jeweiligen Universität bzw. Hochschule. Das Pendant aus Frankreich heißt „France Identité“ und bildet seit Februar 2024 persönliche Ausweisdokumente ab. Durch eine Integration der European Student Card kann auch hier der digitale Studierendenausweis hinzugefügt werden. Auch in Kroatien und Slowenien werden derzeit alle Vorbereitungen für die nationale Einführung des EUDI-Wallet getroffen, das den Nutzer*innen voraussichtlich Ende dieses Jahres zur Verfügung stehen wird.

Warum Hochschulen und Universitäten zum digitalen Ausweis wechseln

Auf digitale Ausweise umzusteigen, reduziert den Ressourcenaufwand und löst zahlreiche administrative Probleme, vor denen Hochschul-IT-Abteilungen und Verwaltungen stehen. Aus diesem Grund sind digitale Ausweise seit einigen Jahren ein Dauerthema an europäischen Hochschulen und eine der wichtigsten aktuellen IT-Weiterentwicklungen:

Durch Digital Campus Cards entfallen die Kosten für Plastikkarten sowie für Druckstationen und Terminals zur Validierung der Ausweise. Aufwändige administrative Prozesse wie Drucken, Ausgeben und Versenden von physischen Ausweisen entfallen komplett, was auch den Personalaufwand reduziert. Zusätzlich setzt eine Hochschule durch den Verzicht auf Plastik auch einen wichtigen Schritt in Sachen Nachhaltigkeit.

Die IT-Abteilung hat mit einer Digital Campus Card stets die volle Kontrolle über alle ausgegebenen Identitäten in einem Dashboard. Digitale Ausweise können nicht wie Ausweise aus Plastik „verloren gehen“, sondern sind stets am Smartphone verfügbar – auf Wunsch sogar offline.

Digital am Smartphone und sogar offline verfügbar: die Digital Campus Card. - Foto: kaboompics.com, Pexels

Digitale Ausweise werden bei der Immatrikulation automatisch generiert und je nach Inskriptionsstatus aktualisiert oder in Echtzeit gesperrt. Während physische Karten nicht fälschungssicher sind, nutzen Digital Campus Cards mehrere Verschlüsselungstechniken – beispielsweise kryptografische Verifizierung oder Hologramme – und garantieren damit höhere Datensicherheit und Integrität.

Eine Digital Campus Card ist darüber hinaus auch flexibel und erweiterbar. Neue Funktionen, wie beispielsweise im Bereich des Zugangsmanagements, ÖPNV-Tickets oder Bezahllösungen können mit einem Klick für alle Studierende in ihrer digitalen ID ergänzt werden.

Digital Campus Card von Studo: Umfangreiche Zusatzfunktionen

Als erstes Softwareunternehmen im deutschsprachigen Raum betreibt Studo bereits seit 2021 digitale Ausweise für Universitäten und Hochschulen. Durch direkte Anbindung an die bestehende Systemlandschaft einer Hochschule und die Integration via LDAP, Shibboleth und SAML wird die Digital Campus Card von Studo rasch bereitgestellt und ist sofort mit den individuellen Systemen kompatibel.

Mit den Fortschritten im Bereich digitaler Identitäten auf nationaler und auf EU-Ebene wurden auch die Digital Campus Cards von Studo erweitert: So ist Studo beispielsweise offizieller Anbieter der European Student Card und unterstützt Hochschulen bei der technischen Anbindung an den ESC-Router und der automatisierten Generierung der European Student Identifier (ESI). Dadurch reduziert die IT-Abteilung einer Hochschule ihren technischen Aufwand  und die ESC steht einer Hochschule in kürzester Zeit zur Verfügung.

Neben der Integration von Zusatzfunktionen wie Bibliotheksausweis, Bezahlmöglichkeiten, Semestertickets für den ÖPNV oder Zugangsmanagement-Lösungen, macht die Digital Campus Card auch eine besonders wichtige Funktion möglich: Critical Alerts.

Diese Notfall-Pushnachrichten können von Hochschulen in einer Notsituation versendet werden, um Studierende und Hochschul-Mitarbeitende zu alarmieren. Die zur Digital Campus Card gehörige App von Studo verfügt über die Berechtigung, Notfall-Pushnachrichten zu verschicken, die den Stumm-Modus des Telefons durchbrechen. So werden mit einem Klick alle Nutzer*innen im Notfall unmittelbar und zuverlässig informiert, selbst wenn Nutzer*innen Push-Benachrichtigungen blockiert haben.

Lesen Sie mehr über die Digital Campus Card oder entdecken Sie alle Möglichkeiten und Funktionalitäten in einem persönlichen Gespräch.