Darum verzichten Universitäten auf digitale Ausweise: Aktuelle Herausforderungen und wie sie gelöst werden können

„Wozu den physischen Ausweis abschaffen? Das ist uns zu digital und nicht notwendig.“ Noch immer sprechen sich viele Hochschulen bewusst gegen einen digitalen Ausweis aus. Wir werfen im Hinblick auf Sicherheit, Digitalisierung und europaweites Studieren einen Blick auf die digitale Alternative.

15.05.2026

von Isabella Zick

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Digitalisierung ist ein langwieriger und komplexer Veränderungsprozess für Universitäten und Hochschulen. Sie wirkt in jeden Bereich hinein – von administrativen Tätigkeiten, über die Lehre und Forschung bis hin zur strategischen Weiterentwicklung der gesamten Institution. In den Prozessen rund um die Administration von Studierenden und Mitarbeitenden gab es mit Campus-Managementsystemen, Intranet oder Cloud-basierten Lösungen wie Microsoft Teams, Webex und Co. bereits tiefgreifende Neuerungen. Nun steht ein weiterer Bereich vor Neuerungen, in dem es bisher nur vereinzelt Weiterentwicklungen gab: digitale Ausweise. Bis auf wenige „Pioniere“ unter den Universitäten und Hochschulen nutzt der Großteil nach wie vor die klassische Ausweiskarte im Scheckkartenformat. Was hält Universitäten davon ab, ihren Studierenden und Mitarbeitenden einen digitalen Ausweis, eine Digital Campus Card, zur Verfügung zu stellen?

Was können physische Ausweise – und was nicht?

Physische Ausweise für Studierende und Mitarbeitende sind ein bekanntes und anerkanntes Tool für die Identifikation. In manchen Fällen sind sie ausgestattet mit zusätzlichen Funktionen für Türöffnung oder die Nutzung von Druckern, meist dienen sie aber genau einem Zweck: als Lichtbildausweis, der an der Uni oder für Vergünstigungen vorgezeigt wird. Dabei steckt in diesem Tool noch so viel mehr: Denn wenn er digital gedacht wird, wird aus einem simplen Studierenden- oder Mitarbeitenden-Ausweis ein täglicher Begleiter, digitaler Schlüssel, Eintritt ins europaweites Studieren und vieles mehr.

Ausweiskarte: Never change a winning team

Mit diesem Gedanken hält man gerne am physischen Ausweis fest. Immerhin gilt die Ausweiskarte immer noch als haptischer Ausdruck der Zugehörigkeit und wichtiges Werkzeug für die Bindung zur eigenen Hochschule und Marke. Den Ausweis ausstellen zu lassen, ist einer der ersten und wichtigsten Gründe für Studierende, an den Campus zu kommen und somit auch ein wichtiger Berührungspunkt der Hochschule mit ihren Erstsemestrigen.

Tatsächlich funktioniert all dies aber auch mit einem digitalen Ausweis, der im Corporate Design der Hochschule ein modernes markenbildendes Tool ist. Darüber hinaus werden mit einer Digital Campus Card aufwändige und kostspielige administrative Tätigkeiten wie das Drucken von Ausweisen, die Verlängerung der Gültigkeit oder das erneute Ausstellen von verloren gegangenen Ausweisen auf null reduziert.

Welche Alternativen gibt es zum klassischen Ausweis aus Plastik? - Foto: Susanne Plank, Pexels

Physischer Schlüssel vs. digitales Zugangsmanagement

Kann man einem digitalen Schlüssel vertrauen? Die Vorbehalte, anstelle eines physischen Schlüssels eine digitale Schlüsselkarte über das Smartphone zu nutzen, sind nach wie vor groß. Dabei wird durch die Nutzung eines NFC- oder Bluetooth-basierten digitalen Schlüssels das Zugangsmanagement vereinfacht und Sicherheit maßgeblich erhöht. Ein digitaler Schlüssel kann in Echtzeit aktualisiert und Zugangsberechtigungen für Studierende und Mitarbeitende erlaubt oder wieder entzogen werden. Egal ob man zeitweise Zugang zu Räumlichkeiten wie Labore geben oder einzelne User oder Gebäude sperren möchte, modernes Zugangsmanagement funktioniert so mit einem Klick – zum Beispiel in Kombination der Digital Campus Card von Studo und Zugangslösungen von Anbietern wie Salto, ASSA ABLOY oder Elatec.

European Student Card, brauchen wir das überhaupt?

„Für die eigenen Studierenden gibt es unseren physischen Ausweis, Incomings haben den Ausweis von ihrer Heimat-Uni.“ Dieses Denken in Silos möchte die Europäische Union mit der European Student Card Initiative beenden. Denn: Egal an welcher Universität oder Hochschule man studiert und wo innerhalb der Erasmus-teilnehmenden Länder eine Mobilität stattfindet, Studierende sollen sich als European Students ausweisen können. Aus diesem Grund ist die European Student Card zu einem der wichtigsten Instrumente geworden, um internationale Mobilitäten zu fördern und Incoming- ebenso wie Outgoing-Studierende zu unterstützen. Als offizielle Anbieter der ESC integriert Studo die European Student Card rasch und unkompliziert in jeden digitalen Ausweis.

Müssen Ausweise, Bezahlen und Schlüssel wirklich digital sein? - Foto: Emil Kalibradov, Pexels

Bezahlen mit dem Smartphone? Nicht bei uns am Campus

Nur Bares ist Wahres – darauf schwören besonders im deutschsprachigen Raum noch immer viele, weshalb auch viele Hochschulen keine Notwendigkeit in einer digitalen Bezahllösung sehen. Dabei könnten Bezahlvorgänge in der Mensa, bei Druckern und Kopierern ganz einfach in den digitalen Ausweis integriert werden – mit dem großen Vorteil, dass alle Vorgänge im eigenen Hochschul-Ökosystem bleiben und für alle Bezugsgruppen einer Hochschule zugänglicher werden. Europäische Anbieter wie Secanda oder Ventopay können ganz einfach in die Digital Campus Card von Studo integriert werden.

Bibliothek, Öffentlicher Verkehr, Anwesenheitserfassung – das muss doch nicht alles digital sein?!

Mit einem digitalen Ausweis gibt es viele weitere Anwendungsmöglichkeiten, die weit über die Nutzung als Identifizierungstool hinausgehen: Vom digitalen Ausweis für die Bibliothek über das Ticket für den Öffentlichen Verkehr (Deutschlandticket) bis hin zum digitalen Attendance-Tracking, das physische Anwesenheitslisten obsolet macht. Je nach Digitalisierungsstrategie einer Hochschulen lassen sich diese Anwendungsfälle individuell in die Digital Campus Card integrieren. Damit administrative Prozesse einfacher, rascher und kostensparender abgewickelt werden können.

Erfahren Sie hier mehr darüber, wie die Digital Campus Card von Studo an Ihrer Hochschule oder Universität eingesetzt werden kann.