Willkommen an der Hochschule: Tipps für das Onboarding von Erstsemestrigen

Im Oktober beginnen rund 76.000 Studierende mit ihrem Studium in Österreich. Wie können Hochschulen Erstsemestrige in dieser aufregenden Zeit unterstützen und beim Einstieg ins Studium helfen? Wir haben Good Practices und Tipps gesammelt.

von Isabella Zick
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Die Sommerferien stehen vor der Tür und während für viele jetzt die Zeit für Urlaub, Meer und Freizeit beginnt, fiebern andere bereits dem Studienstart im Herbst entgegen. Rund 76.000 (unidata.gv) zukünftige Studierende in Österreich planen gerade, in welche Stadt sie bald ziehen werden und an welcher Hochschule sie sich in den nächsten Jahren weiterbilden möchten. Uni oder FH? In einer WG, im Studentenheim oder doch lieber alleine wohnen? Viele große und kleine Fragen schwirren den Erstsemestrigen durch den Kopf.

Auch an den Hochschulen wird geplant. Orientierungseinheiten, Welcome Days, Einführungswoche – egal wie die ersten Tage nach dem Semesterstart auch genannt werden, sie sollen vor allem eines: den neuen Studierenden Orientierung und einen möglichst einfachen Einstieg ins Studienleben bieten. Wir haben uns die verschiedenen Unterstützungsangebote zum Semesterstart an Universitäten* in Österreich und Deutschland angesehen und Tipps für das “Onboarding” zum Semesterstart zusammengefasst.

*Fachhochschulen haben wir aufgrund der festeren Strukturen in den einzelnen Studiengängen in diesem Artikel außen vor gelassen

Wie Schüler*innen auf Hochschulen aufmerksam werden, haben wir in diesem Blogpost bereits behandelt. Deshalb starten wir hier mit dem Zeitpunkt der Inskription:

1. Checkliste: Welche Dokumente werden zur Inskription gebraucht?

Damit das Einschreiben in das gewünschte Studium so einfach und effizient wie möglich abläuft, ist eine Checkliste mit den wichtigsten Dokumenten, die mitgebracht werden sollen, sehr zu empfehlen. Das reduziert das Stresslevel auf Seiten der zukünftigen Studierenden und erleichtert den Hochschul-Mitarbeiter*innen, die die Inskription abwickeln, die Arbeit.

2. Infopaket zum Studienstart

Nach der erfolgten Inskription ist der perfekte Zeitpunkt, den neuen Studierenden ein Paket mit den wichtigsten Infos zum Studium zu überreichen. Egal ob Booklet – zum Beispiel von der Technischen Universität Graz – oder Studi-Navigator – hier von der Universität Hamburg –, mit übersichtlich aufbereiteten Informationen zum Studium, Checklisten und Tipps können sich Studierende auf das Studium vorbereiten. Und die Vorfreude auf den Semesterstart steigt!

3. IT-Services kennenlernen und für Vorlesungen anmelden

Nach dem Inskribieren ist es natürlich auch notwendig, die verschiedenen IT-Services der Hochschule kennenzulernen. Von „Wie lege ich meinen Uni-Account an?” über „Wo finde ich die Inskriptionsbestätigung?” bis „Wie melde ich mich für Lehrveranstaltungen an?” gibt es viele Fragen zu beantworten. Eine sehr gute Vorstellung der verschiedenen Services gibt beispielsweise die Ludwig-Maximilians-Universität München. Auch Erklärvideos, wie sie beispielsweise die Universität Wien zur Verfügung stellt, – für die Lehrveranstaltungsanmeldung, die Semesterplanung und vieles mehr – sind hier sehr hilfreich.

Digitale Services wie das Campus-Management-System oder Lernplattformen müssen Erstsemestrige erstmals kennenlernen.

4. Das Drumherum: Wohnen, Stipendien und Co.

Das Studieren spielt sich aber nicht nur am Hochschulcampus ab. Deshalb ist es ein toller Service, den Erstsemestrigen auch alle Informationen über das Wohnen in der jeweiligen Stadt (Wohnbeihilfe, Gemeindewohnungen, Anmeldung des Wohnortes etc.), Stipendien (Studienbeihilfe bzw. Bafög) oder das Leben am und um den Campus aufzubereiten. Gut gelöst wurde das beispielsweise von der Universität Würzburg, der Johannes Kepler Universität Linz oder der ÖH Uni Salzburg.

5. Aktuelle COVID-19-Maßnahmen

Die Corona-Krise ist nach wie vor nicht überwunden und so ist es auch für das kommende Semester sehr wichtig, die Studierenden über die aktuellen COVID-19-Maßnahmen am Campus zu informieren. Vielerorts werden Lehrveranstaltungen im Herbst wieder in Präsenz stattfinden, andere Hochschulen setzen aber nach wie vor auf den Fernunterricht – wichtig ist nur, die Studierenden ausreichend über die geltenden Maßnahmen zu informieren.

Die COVID-19-Maßnahmen werden auch den diesjährigen Semesterstart beeinflussen.

6. Alle Infos an einem Ort

Es ist eine wahre Flut an Informationen, die neue Studierende am Beginn eines Semesters überrollt. Alle Informationen gebündelt findet man zum Beispiel in der Studo App. Die App kann auf der einen Seite von Hochschulen, Hochschulvertretungen und anderen studentischen Organisationen gezielt als Kommunikationskanal verwendet werden. Auf der anderen Seite sind Infos wie Stundenplan, Raumplan oder Mails für die Studierenden individuell zusammengefasst und erleichtern die Orientierung am Campus und in im Studium.

7. So heißen Hochschulen Erstis willkommen

Nach den Sommerferien ist es dann endlich so weit: Die Erstis kommen an den Campus und erleben bei den „Welcome Days” oder in der „Einführungswoche” zum ersten Mal das Leben an der Universität. Sie werden vom Rektorat begrüßt und erfahren Allerhand über das Studieren an der Universität, die Dienste von Bibliothek, IT und Co. und soziale Fragen wie Stipendien und Beihilfen. Von Vertreter*innen die jeweiligen Studienrichtungen werden außerdem fachspezifische Fragen beantwortet. Hier ein exemplarischer Überblick über die Welcome Days 2021 an der Technischen Universität Graz.

Bald geht es los: Ein neues Semester startet! - Foto: RODNAE Productions, Pexels

8. Das Studentenleben

Zu guter Letzt gilt es aber auch herauszufinden, wo sich am Campus etwas tut! Partys zum Semesterstart, Spritzerstände der Hochschulvertretungen oder Events um sich zu vernetzen – am Beginn eines neuen Semesters ist eine Menge los. Viele solcher Veranstaltungen werden von der Hochschul- oder Studienvertretung organisiert. Die Infos darüber erhält man meist per Mail oder über deren Social-Media-Kanäle.

Bis zum Semesterstart ist noch ein bisschen Zeit, um Veranstaltungen zu planen und Infomaterial zusammenzustellen. Die Zeit darf aber auch genutzt werden, um sich zu freuen. Darauf, dass bald wieder Leben auf den Campus zurückkehrt. Darauf, dass die Studierenden im Hörsaal oder in der Bibliothek gemeinsam lernen und am Abend gemeinsam feiern können. Wir freuen uns auf den Semesterstart!

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